Die Alten Mühlen

Portogruaro

Die Alten Mühlen in Portogruaro
Die Alten Mühlen in Portogruaro

Die Mühlen in der Mitte der Lemene stammen aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden von den Bischöfen von Concordia errichtet, in deren Besitz sie sich bis 1867 befanden.

 

Die Leitung der bischöflichen Mühlen wurde normalerweise an Pächter vergeben, unter denen sich gar nicht so selten auch Frauen befanden. Im 15. Jh. führten die Mühlen 10 Mühlräder, ein Hinweis auf ein bemerkenswertes Geschäftsvolumen. Vielleicht musste man einem großen Bedarf der Bevölkerung an Mehlprodukten nachkommen, da diese ihre eigenen Bedürfnisse nicht ausreichend stillen konnten. Oder man wollte sich von einer Art von Monopol befreien.

 

Wie es auch immer gewesen sein mag, die Erhaltung der Mühlen von S. Andrea - so wurden sie nach der nahegelegenen Kirche genannt - oblag den Bischöfen von Concordia. Zwei von ihnen wollten, wahrscheinlich um die Gesamtheit der von ihnen vorgenommenen Arbeiten zu dokumentieren, ihre Spuren auf Stein hinterlassen, die jedoch heute nicht mehr vorhanden sind.

 

Überliefert sind die Instandsetzungsarbeiten der Mühlen 1477 unter Bischof Antonio Feletto und 1755 unter Bischof Jacopo Maria Erizzo. Nach der Angliederung Venedigs ans Italienische Reich 1866 wurden per Gesetz viele kirchliche Besitzungen als Staatsbesitz eingezogen, so auch 1867 die Mühlen von S. Andrea. Danach wurden sie 1870 zum Preis von 50.000 Lire versteigert. 1914 erwarb sie Giancarlo Stucky, der Besitzer der gleichnamigen Mühlen in Venedig. Nach weiteren Wechseln gelangten sie schließlich 1928 in den Besitz der Genossenschaft von Lugugnana.

 

Nach mehr als 700 Jahren wurden die Mühlen stillgelegt. 1970 erwarb sie die Gemeinde von Portogruaro. Aber diese alten Betriebe, stumme Zeugen so vieler historischer Ereignisse, waren natürlich sehr baufällig.

 

Anfang der Achziger Jahre rettete das beherzte Einschreiten des Ministers für Kulturgüter und Umwelt die Mühlen vor dem bevorstehenden Verfall. Die zuletzt unternommenen Arbeiten wurden teils vom Ministerium teils von der Gemeindeverwaltung geleistet und 1993 abgeschlossen. So konnte wieder die Stadtgalerie für zeitgenössische Kunst ?Ai Molini? mit Sitz in jenen Mühlen eröffnet werden, in denen sie bereits in den Nachkriegsjahren erfolgreich tätig war.

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