Eine Reliquie geht auf Reisen
Teil 2
Der Engel prophezeite, dass genau an dieser Stelle einmal seine letzte Ruhestätte und der Ort seiner höchsten Verehrung sein werde. Und mit etwas Nachhilfe der findigen Venezianer wurde es das dann auch.
Seine Reisen führten Markus weiter in die ägyptische Stadt Alexandria, die er für das Christentum gewinnen konnte und wo er gleichfalls einen Bischofssitz einrichtete. Dort erlitt er auch sein Martyrium. Die heidnische Partei nahm in gefangen und schleifte ihn an Stricken gefesselt zu Tode. Die alexandrinischen Christen begruben ihn in seiner Bischofskirche.
Im 9. Jh. aber war die Stadt im Besitz der moslemischen Sarazenen. Ihr Kalif ordnete den Bau eines prächtigen Palastes an. Als Baumaterial verwendete man auch Teile der christlichen Kirchen. Damit geriet die letzte Ruhestättte des Evangelisten in Gefahr.
Zwei venezianischen Händlern (Rusticus und Bonus, die sich gerade zufällig in Alexandrien aufhielten und gerade ihre Andacht in der Kirche des Hl. Markus abhielten) wurde von den Besorgnis erregenden Plänen des Kalifen berichtet. Die Venezianer fackelten nicht lange und schmiedeten einen Plan, die Reliquie des Heiligen fortzuschaffen.
