Flagge von San Marco

Eine Reliquie geht auf Reisen
Teil 3

Zunächst mussten sie die widerstrebenden Mönche überzeugen, dass es wohl besser wäre, die Reliquie in ihre Hände zu geben als sie von den Sarazenen mißhandeln zu lassen. Die Überzeugungsarbeit gelang. Aber wie sollte man die Reliquie aus der Stadt herausbringen?

Inbrünstig flehten Bonus und Rusticus den Heiligen um Beistand an. Und so geschah es, dass ein heftiges Unwetter über der Stadt niederging, als sie seinen Leichnam aus der Kirche schafften. So gelangten sie unbemerkt mit ihrer Beute aus der Kirche. Doch wie sollten sie an den moslemischen Zöllnern vorbeikommen?

Sie wussten sich auch hier zu helfen. Sie transportierten den so "wunderbar" riechenden Leichnam in einer Kiste, bedeckt mit Schweinefleisch. Davor grauste den Zöllnern so sehr, dass sie die Venezianer unkontrolliert passieren ließen. In einer wundersam schnellen Fahrt brachten sie den Leichnam am 31. Januar nach Venedig, wo er feierlich empfangen wurde.

Man wollte die kostbare Reliquie in den Dogenpalast bringen. Beim Transport dorthin wurde sie jedoch, genau an der Stelle, an der später seine Kirche stehen sollte, so schwer, dass auch mehrere Männer den Toten nicht mehr tragen konnten. Erst als der Doge in einem Gelübde versprach, dem Heiligen genau an dieser Stelle eine Kirche zu errichten, ließ sich der Leichnam aufheben und zu seiner vorläufigen Ruhestätte tragen.

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