Campanile

Glockenturm auf dem Markusplatz

Campanile auf der Piazza San Marco
Campanile auf der Piazza San Marco. Oben thront eine Statue des Erzengels Gabriel.

Als Stadt, die sich am besten vom Meer ankommend erschließt, grüßte der Kampanile einst die heimkehrenden Seefahrer, heute überwiegend die ankommenden Touristen.

 

Allein das Fundament des Campanile (~ 90 Meter hoch, 11 Meter breit) auf dem Markusplatz Venedigs ruht auf 100.000 Baumstämmen.

Und dennoch - es geschah am 13. Juli 1902: Das Mauerwerk im mittleren Teil zeigte plötzlich Risse. Die Umgebung wurde in weiser Voraussicht abgesperrt. Am 14. Juli stürzte der Campanile ein. Wie durch ein Wunder kamen weder Personen noch die umliegenden Gebäude zu Schaden. Einziges Opfer - so sagt man - war die Katze des Hausmeisters.

Der Einsturz

In der Tat existiert ein Photo des einstürzenden Campanile von 1902.

Das zweite Photo hingegen erscheint eher als das Werk eines geschickten Photoshoppers (die Risse erscheinen nicht natürlich). Zumal in zweiten Bild der Neigungswinkel unmöglich mit dem im ersten Bild übereinstimmen kann.

Insgesamt fünf Glocken haben den Einsturz des Kampanile 1902 überlebt:

 

Die Marangona
Ertönt zweimal täglich, einmal zu Mittag und um Mitternacht. Sie ist benannt nach den marangoni, den Schreinern, den in Venedig im Zusammenhang mit dem Schiffsbau natürlich eine besondere Bedeutung zukam.

 

Il Maleficio
Wurde geläutet zu Hinrichtungen (heutzutage eher selten)

 

La Trottiera
Ertönte, um den Magistrat in den Palazzo Ducale zu rufen.

 

La Nona
Wurde zur neunten Stunde geläutet.

 

Il Pregadi
Kündigte die Treffen des Senats an.

Campanile Innendarstellung

Für seine Wiedererrichtung spendete unter anderem ein reicher Amerikaner allein 1/2 Mio. Goldlire (~ 1 Mio. Euro). Am 25. April 1912, demselben Tag der Grundsteinlegung des alten Turmes im Jahr 912, wurde er - visionär mit einem Aufzug versehen - feierlich wieder eingeweiht.

Die berühmteste seiner fünf Glocken heißt übrigens Marangona, die z.B. stets am Faschingsdienstag den Karneval ausläutet.

 

Kleine Anekdote am Rande: Derselbe Campanile ist es, auf den Kaiser Friedrich III. im Anschluß an einen Empfang beim Dogen mit seinem Schimmel die Treppe hinaufritt (damals hatte der Turm noch eine Wendeltreppe), um von dort auf den Dogen hinabblicken zu können.

Wer den Dogenpalast kennt, weiß, daß von dessen Innenhof nur Treppen zum Dogen hinauf führen. Für Friedrich wohl eine eher unangebrachte Symbolik, so daß er mit seinem Ausritt auf den Campanile die Dinge wieder in die richtigen Proportionen rückte.

Alljährlich wird am Giovedi Grasso (der Donnerstag vor dem Rosenmontag) ein Engel vom Campanile herabgelassen.

Erfahren Sie mehr über diese alte venezianische Tradition.

Der Campanile ist täglich geöffnet, an Feiertagen jedoch nur von 9.30-15.30 (ansonsten bis 16:00) Uhr. Man kann oben bleiben, solange man will. Es gibt sogar einen Getränkeautomaten. Für den schmackigen Eintrittspreis entschädigt ein wirklich überwältigendes Panorama.

 

Eintritt Campanile: 8,- € (mit Liftfahrt, Stand 2012)

 

Wer einen Blick auf die Hauptinseln werfen möchte, dem sei der Turm von San Giorgio Maggiore empfohlen (Eintritt 4,- €), der ein paar hundert Meter weiter - jedoch auf einer anderen Insel - liegt.

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