Marostica

Ein Städtchen mit lohnenden Winkeln

Diese Stadt ist unverwechselbar - bereits aus der Ferne: Umgeben von einer turmbewehrten, mittelalterlichen Stadtmauer, die sich auf dem Rücken eines Hügels kühn über Marostica erhebt, von wo man die Ebene weit überblicken kann.

 

Hier, zwischen den Flüssen Sile und Brenta, -also zwischen Treviso und Vicenza-, das kann man getrost sagen, ist die heitere Provence auf italienischem Terrain.

Im Mittelalter war diese Gegend wegen ihrer galanten Feste bekannt, berühmt und berüchtigt als "fröhliche und liebreiche Mark". Die höfischen Ritterturniere waren jedoch auch hier nicht von langer Dauer, da Padua, der böse Erzfeind, auf Lauer lag.

Darum entstanden auch zwischen Sile und Brenta die Festungsstädte Castelfranco (zu Treviso gehörig) und Cittadella (von Padua abhängig). Beide entwarf man auf dem Reißbrett: Castelfranco mit quadratischer Stadtburg, Cittadella mit einem elliptischen, bis heute fast intakten Mauerring.

 

Klare und geometrische Formen finden sich auch in Marostica, dem dritten und wahrscheinlich schönsten dieser ummauerten Provinzorte. Ein Viereck in der Ebene und ein Dreieck auf dem Hügel bilden die perfekt symmetrische Struktur des Städtchens. Verbunden sind die beiden Burgen durch zinnengekrönte Mauern.

Schon aus der Ferne erkennbar an der eigenwilligen Mauerführung.

Schach!

Auf dem arkadengesäumten Hauptplatz Marosticas wird alle zwei Jahre (zuletzt 2010 2012) im September eine Schachpartie mit lebenden Figuren ausgetragen. Was für ein Spektakel! Die Figuren sind gekleidet à  la mode des 15. Jahrhunderts und verkörpern die Schachfiguren, inklusive Rössern und Reitern.

 

Dieses Schachturnier erinnert an eine Partie, auf die sich zwei junge Fürsten auf Vorschlag des örtlichen Burgherrn Taddeo Parisio um 1500 geeinigt hatten: Statt eines Duelles mit Waffen kämpften sie mit Hirn, und zwar um die Hand der schönen Burgtochter Leonora. (Aber auch der Unterlegene ging damals nicht leer aus; er bekam ihre Schwester zur Frau.)

Diesem Ereignis gedenkt man heute nur zu gerne in den hiesigen Restaurants bei einer verwickelten Portion Canneloni alla Leonora.

Wenn Sie an einem Dienstag in Marostica eintreffen, werden Sie auf dieser berühmten Piazza degli Scacchi den urwüchsigen Wochenmarkt erleben. Und jeden ersten Sonntag eines Monats findet hier ein Antiquitätenmarkt statt.

 

Weiters findet in Marostica im Juni das traditionelle Kirschenfest statt. Nur wenige Besucher dürften sich bewusst sein, dass dieses mittelalterliche Stätdchen einst ein blühendes Zentrum der Flechtkunst war. Über 250 Jahre lang gab das einheimische Stroh bis zu 10.000 Personen Arbeit und Lebensunterhalt. Die Hüte, Taschen und Börsen aus Marostica waren auf allen europäischen Märkten geschätzt, ja sie wurden bis nach Russland und Amerika exportiert.

Ab 1900 ging die Erzeugung stetig zurück, da Stroh aus Japan und China viel billiger war.

In der unteren Burg hat die Gemeinde ein Museum über die traditionelle Strohverarbeitung eingerichtet, das sich Museo "Cappelli di Paglia" nennt.

2012 war es mal wieder soweit. Die berühmte Schachpartie wurde wieder einmal auf der Piazza Castello ausgetragen.

Freitag, 7. Sept. u. Samstag, 8. Sept. 2012 um 21.00 Uhr

Sonntag 9. Sept. 2012 um 17.00 und um 21.00 Uhr

Die Preise bewegten sich - je nach gewählten Plätzen - zwischen € 70.- und 10.-

 

Info:

• Pro Marostica

• Phone +39 0424 72127

EmailWebsite

Suche
Hotelsuche Marostica
Nach oben