Sechs Ecken
und neun Zacken – dazwischen eine Stadt
Der Grundriss von Palmanova ist bis zur Pedanterie exakt einem neunzackigen Stern nachgezogen (außen - das Zentrum ist sechseckig). Vom Lebensgefühl in jedem Fall eine interessante Erfahrung und definitiv einen Besuch wert.
Drei schnurgerade Hauptstraßen durchschneiden transversal die Sternbastion, vier konzentrisch angelegte Straßen umgeben den Stadtkern, sechs viereckige Plätze sind dem Zentrum vorgelagert, das von einem sechseckigen Platz gebildet wird.
Schon dieser Beschreibung merkt man an: Palmanova wurde auf dem Reißbrett geplant. Sie war über zwei Jahrhunderte berühmt als die am besten gesicherte Festungsanlage Europas.
Von 1593 ab bauten die Venezianer rund hundert Jahre an der Stadt, die Österreichern wie Türken einen auf alle Zeiten uneinnehmbaren Posten entgegensetzen sollte.
Palmanova war für 20.000 Menschen konzipiert, doch niemand wollte je in dieser Musterstadt leben. So wurde sie auch nur von Soldaten bewohnt, die dorthin abkommandiert waren. Kaum 30 Jahre nach der Grundsteinlegung mußte Venedig bereits auf Strafgefangene zurückgreifen, die Freiheit und Wohnstatt erhielten, wenn sie nur bereit waren, sich in der Stadt niederzulassen.
Palmanova
Information
Palmanova gedrohnt.
Wochenmarkt
Palmanova
Montag | 7:00 - 13:00 Uhr Auf dem großen sechseckigen Platz im Zentrum der Stadt. Sie können ihn nicht verfehlen. |

Dogenkathedrale
zu Palmanova
Es ist die bedeutendste Kirche der Stadt, erbaut in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude erinnert an den venezianischen Baustil mit palladianischen Einflüssen. Das Innere wirkt eher barock.
Die zweigeteilte Fassade beherbergt Nischen mit Statuen des Erlösers, des Heiligen Markus und der Heiligen Justina (der die Kathedrale geweiht ist).
Die Fassade wurde erst kürzlich renoviert, wodurch das Farbenspiel des weißen Stein (aus Vrsar) und grauen Steins (aus Aurisina) erfreulich hinzugwonnen hat.
Der Innenraum ist mit Fresken geschmückt, unter denen die "Pala delle Milizie" (Altar der Milizen) von Alessandro Varotari – auch bekannt als Il Padovanino – aus dem Jahr 1641 besonders hervorzuheben ist. Ebenfalls sehenswert sind die Werke von Pomponio Amalteo und die kleine Holzmadone, die Domenico von Tolmezzo zugeschrieben wird.
Trotz mancher Privilegien waren es selten mehr als 2.000 Bewohner, die in Palmanova ansässig waren. Auch heute leben in dem Städtchen höchstens 5.000 Einwohner.
Das ausgefuchste System von inneren und äußeren Festungsanlagen, von geheimen Verbindungsgängen, Pulverhäusern und Quartieren vermag durchaus zu faszinieren, vor allem weil es heute friedlich ist.
Ironie der Geschichte: In Palmanova selbst gab es nie kriegerische Auseinandersetzungen, die Stadt wurde 1797 von Napoleon kampflos eingenommen.




