Aquileia

Das zweite Rom

Die heutige Größe von Aquileia - ein kleines, verschlafenes Nest in karger Landschaft 15 Autominuten von Grado entfernt - ist umgekehrt reziprok zu seiner historischen Bedeutung. Und die ist gewaltig.

Römische Einflussgebiete erkennt man schon von weitem an den Zypressen. Die alten Römer taten dies nicht, weil sie Zypressen so gerne mochten oder weil irgendein Gartenzentralplaner dem Imperium Zypressen angedeihen ließ. Sondern die Römer flankierten alle Straßen mit Zypressen, damit die Truppen im Schatten marschieren konnten.
Und so ist auch bei der Einfahrt in den Ort Aquileia sofort klar, noch bevor man an den alten Ruinen vorbeifährt, wer hier einst das Sagen hatte. Vorbei an den Ruinen des Forum Romanum gelangt man schließlich durch eine zypressenumflorte Straße zur beeindruckendenden Basilica Santa Maria Assunta, vor der eine Säule mit der Lupa (mit Romolus und Remus) aufragt.
Neben der Basilica ragt ein 70 Meter hoher Glockenturm in den Himmel, errichtet nach dem Vorbild des Leuchtturms von Alexandria. Er kann besichtigt werden.

Nicht weniger beeindruckend als die Basilica an sich (UNESCO Weltkulturerbe) sind übrigens die Mosaike, die es hier zu bewundern gibt und die aus dem Testament erzählen - und vor allem das Baptisterium mit seiner magischen Aura.

181 v. Chr. wurde der Ort als römische Militärkolonie am Fluss Natisone gegründet, unter Kaiser Augustus zur Hauptstadt der X. Region Venetia et Histria erklärt und erst um 699 mit dem Einfall der Langobarden endgültig aufgegeben. Der Grund ist seine geographische Lage und der Umstand, daß Aquileia die erste größere Stadt in Norditalien war und am Ende der Bernsteinstraße lag ebenso wie auf dem Weg in die Provinz Noricum (heute eher geläufig als "Österreich").

Die Römer...

Durch den Fluß Natisone, von dem man heute nur noch ein trauriges Rinnsal bewundern kann, war Aquileia mit dem Meer verbunden, was es zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen und einem wichtigen Militärstützpunkt machte. Heute kann man noch die Überreste der römischen Hafenanlagen und Werften besichtigen - nicht zu vergessen die markanten Überreste eines römischen Tempels in der Nähe.

Roma regina. Nicht zuletzt die Säule mit der säugenden Wölfin auf dem Platz vor der Basilika macht deutlich, wer hier Herr im Haus war.

Einen weiteren Höhepunkt erlebte Aquileia im frühen Mittelalter durch das Christentum. Seit 572 war deren Bischof zugleich Patriarch und somit höchster Würdenträger gleich nach dem Papst. Trotzdem verlor die Stadt sukzessive ihre politische und religiöse Bedeutung auf Grund ihrer sumpfigen und exponierten Lage und dem Aufstieg Venedigs.

Durchwandern Sie in aller Ruhe die Reste der römischen Stadt im Freien, den Fluss-Hafen, das Forum und die Via Sacra.

Aus der Patriarchenzeit stammt die mittelalterliche Basilika mit dem bedeutensten frühchristlichen Fußbodenmosaik Italiens aus dem frühen 4. Jahrhundert - einmalig in seiner Größe und Pracht. Außerdem können Sie viele bemerkenswerte Kunstschätze im Nationalen Archäologischen Museum und im Frühchristlichen Museum besichtigen.

Und falls Sie sich in einer Bar zu einem Gläschen Wein niederlassen, gelingt es Ihnen vielleicht festzustellen, dass so mancher Einheimischer stahlblaue Augen und feuerrote Haare hat - ein genetisches Merkmal aus der Langobardenzeit.

Öffnungszeiten

Basilica d'Aquileia

Öffnungszeiten Basilica täglich v. 7.30 - 12.30 und v. 15.00 - 17.30
Archäologisches Museum Di. - So. 8.30 - 19.00
(Mo. v. 8.30 - 14.00)
Eintritt € 4.- (€ 2.- für Jugendliche)

Impressionen

Aquileia und die Hinterlassenschaften der Römer


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